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Ratgeber

Pflegeroutine beim Jahreszeitenwechsel umstellen

Die Haut ist im Winter eine andere als im Sommer, obwohl sie dieselbe ist. Was sich ändert, sind die Bedingungen: Luftfeuchtigkeit, Temperatur, UV-Strahlung und die eigene Talgproduktion.

Ein Olivenzweig mit grünen und herbstlich verfärbten Blättern liegt zwischen einer leichten Flasche und einem reichhaltigen Tiegel
Nicht der Kalender entscheidet, sondern die Luft.

Was die Jahreszeit mit der Haut macht

Im Winter liegt die Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen oft unter dreißig Prozent. Trockene Luft nimmt Wasser auf, woher sie es bekommt, und die Haut ist eine willige Quelle. Dazu kommt der Wechsel zwischen Kälte draußen und Wärme drinnen, der die Gefäße abwechselnd zusammenzieht und weitet. Beides zusammen erklärt Spannungsgefühl, Schuppung und Rötungen zwischen November und März.

Im Sommer läuft es umgekehrt: Höhere Temperaturen kurbeln die Talgproduktion an, Schwitzen bringt zusätzliche Feuchtigkeit an die Oberfläche, und die UV-Belastung steigt deutlich. Die Haut braucht dann weniger Fett, aber mehr Schutz.

Makroaufnahme eines halb grünen, halb bernsteinfarbenen Blattes im Gegenlicht
Umstellen heißt anpassen, nicht alles austauschen.

Die Umstellung im Herbst

  • Reichhaltigere Textur. Von Gel-Creme auf Creme, von Creme auf reichhaltige Creme. Ein Schritt, nicht drei.
  • Ein Öl zum Abschluss, abends, bei trockener Haut. Ein bis zwei Tropfen reichen.
  • Reinigung milder wählen. Was im Sommer angenehm entfettend war, ist im Winter oft zu scharf.
  • Weniger peelen. Von zweimal auf einmal pro Woche, bei empfindlicher Haut auf alle zwei Wochen.
  • Lippen und Hände mitdenken, die zeigen die Trockenheit zuerst.

Ein häufiger Fehler dabei ist, gleichzeitig neue Wirkstoffe einzuführen. Die Haut hat im Übergang ohnehin zu tun. Wer im Oktober auf eine reichere Creme wechselt und im November mit Retinol anfängt, hat bei einer Reaktion zwei Verdächtige.

Die Umstellung im Frühjahr

Sobald die Heizung ausgeht, wird die reichhaltige Winterpflege schnell zu viel. Typische Zeichen sind ein glänzender Teint am Nachmittag, Unreinheiten an Stirn und Kinn und das Gefühl, dass die Creme nicht mehr richtig einzieht.

Dann geht es zurück auf leichtere Texturen, und der Sonnenschutz rückt in den Vordergrund. Nicht, weil es im Winter keinen bräuchte, sondern weil die Strahlung ab März deutlich zunimmt und viele im Winter nachlässig geworden sind.

Zwei Cremes statt einer

Der praktischste Ansatz ist, dauerhaft zwei Cremes im Schrank zu haben und nach Thermometer zu entscheiden, nicht nach Kalender. Sobald geheizt wird, kommt die reichere dran. Das ist billiger als jedes Jahr neu zu suchen, und die angebrochene Tube hält bis zur nächsten Saison.

Was ganzjährig gleich bleibt

Die Reihenfolge, die Reinigung am Abend und der tägliche Sonnenschutz. Diese drei Punkte ändern sich nie, egal welche Jahreszeit. Alles andere ist Anpassung der Textur und der Intensität. Wie der Grundaufbau aussieht, steht in Morgenroutine und Abendroutine.

Die Details für die beiden Extreme stehen in Hautpflege im Winter und Hautpflege im Sommer.

Häufige Fragen

Muss ich wirklich zweimal im Jahr umstellen?

Wenn deine Haut ganzjährig zufrieden ist, nicht. Die meisten merken den Unterschied aber spätestens im Januar oder im Juli.

Woran erkenne ich, dass meine Creme zu reichhaltig ist?

Sie zieht nicht mehr richtig ein, der Teint glänzt und es entstehen kleine Unreinheiten an Stirn und Kinn.

Kann ich im Winter auf Sonnenschutz verzichten?

Reduzieren ja, verzichten nein. Besonders bei Schnee und in den Bergen ist die Belastung hoch, weil Schnee einen großen Teil der Strahlung reflektiert.

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Von Matthias Schramm · Persönliche Pflegeberatung aus Dessau-Roßlau · Zuletzt aktualisiert im August 2026

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