AURÉA

Inhaltsstoff-Lexikon · Feuchtigkeit binden

Urea (Harnstoff)

Grobe weiße Kristalle in einer kleinen dunklen Schale neben einer Cremetube auf dunklem Holz
Die kurze Antwort

Urea ist ein körpereigener Feuchthaltestoff mit doppelter Wirkung: In niedriger Konzentration bindet er Wasser, ab etwa zehn Prozent weicht er zusätzlich Hornhaut auf. Für raue, sehr trockene Stellen einer der wirksamsten Pflegestoffe überhaupt.

Was ist Urea?

Urea, deutsch Harnstoff, ist Bestandteil der natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut. Der Name schreckt manche ab, dabei wird kosmetischer Harnstoff längst synthetisch hergestellt. Trockener Haut fehlt er nachweislich: Ihre Hornschicht enthält deutlich weniger Urea als gesunde Haut.

Wirkung auf die Haut

Bis etwa fünf Prozent wirkt Urea vor allem feuchtigkeitsbindend und macht raue Haut geschmeidig. Ab etwa zehn Prozent kommt eine hornlösende Wirkung dazu: Verdickte, schuppende Stellen werden weicher und tragen sich mit der Zeit ab. Deshalb steht Urea in Fußcremes und Produkten gegen sehr trockene, raue Haut meist höher dosiert auf der Liste.

Für wen geeignet

Für trockene bis sehr trockene Haut, raue Ellbogen, Knie und Fersen, sowie für Haut, die zu Schüppchen neigt. Für das Gesicht eignen sich niedrige Konzentrationen; hochdosierte Fußcremes gehören nicht auf Gesichtshaut.

Anwendung und Kombination

Am Körper täglich nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut. An den Füßen wirkt Urea am besten in Kombination mit mechanischem Abtragen: erst Bimsstein, dann Creme. Mit anderen Wirkstoffen verträgt sich Urea gut.

Worauf achten

Auf offener, rissiger oder gereizter Haut kann Urea brennen. Dann zuerst die Barriere mit einer milden, fetthaltigen Pflege beruhigen und Urea später wieder einführen.

Urea in der Praxis

Der typische Urea-Einsatz sieht so aus: Eine Fußcreme mit zehn oder mehr Prozent abends auf die Fersen, bei starker Hornhaut ein- bis zweimal pro Woche vorher der Bimsstein, und nach zwei bis drei Wochen sind rissige Stellen sichtbar geschmeidiger. Am Körper reichen niedrigere Konzentrationen, die in Körperlotionen für trockene Haut stecken; sie nehmen das Spannen nach dem Duschen zuverlässiger als reine Fettcremes. Wichtig ist der Unterschied zwischen Gesicht und Körper: Die dünne Gesichtshaut braucht keine Hornhautlöser, hier genügen milde Feuchthaltestoffe. Wer Urea zum ersten Mal nutzt, startet an einer kleinen Stelle; ein kurzes Prickeln auf sehr trockener Haut ist normal, anhaltendes Brennen ein Stoppsignal.

Der Fersen-Fahrplan

Rissige Fersen sind das dankbarste Urea-Projekt, weil der Fortschritt sichtbar ist. Der Fahrplan: Abends nach dem Duschen die Hornhaut mit dem Bimsstein in kreisenden Bewegungen leicht abtragen, niemals bis es brennt, dann die Urea-Fußcreme dick auftragen und über Nacht wirken lassen. In der ersten Woche täglich cremen und zweimal bimsen, danach reicht meist jeden zweiten Abend. Nach zwei bis drei Wochen sind die meisten Fersen glatt; wer aufhört, sieht die Hornhaut in vier bis sechs Wochen zurückkehren, also lieber auf ein Erhaltungsprogramm von zwei Abenden pro Woche wechseln. Tiefe, blutende Risse oder Hornhaut bei Diabetes gehören zuerst in fachliche Behandlung, dann in die Pflegeroutine.

Häufige Fragen

Warum brennt Urea manchmal?

Auf angegriffener oder rissiger Haut reizt der Wirkstoff kurzfristig. Das ist ein Zeichen, erst die Barriere zu beruhigen, bevor du Urea weiterverwendest.

Welche Konzentration brauche ich?

Für Geschmeidigkeit reichen bis fünf Prozent. Für Hornhaut an den Füßen sind zehn Prozent und mehr sinnvoll.

Darf Urea ins Gesicht?

In niedriger Konzentration ja. Hochdosierte Körper- und Fußprodukte sind fürs Gesicht zu stark.

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