Ratgeber
Körperpflege bei trockener Haut
Trockene Körperhaut entsteht oft schon im Bad. Wassertemperatur und der Zeitpunkt des Eincremens machen einen größeren Unterschied als das Produkt selbst.

Nicht zu heiß und nicht zu lange duschen, milde Waschsubstanzen verwenden und direkt nach dem Abtrocknen auf die noch leicht feuchte Haut eincremen. So wird Feuchtigkeit eingeschlossen, statt zu verdunsten. Im Winter darf die Pflege reichhaltiger sein.
Warum die Haut im Winter trockener ist
Kalte Außenluft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, warme Heizungsluft entzieht sie der Haut. Dazwischen wechselt die Haut mehrmals täglich, und die Barriere kommt aus dem Gleichgewicht. Dazu duschen die meisten im Winter wärmer und länger, was die schützende Fettschicht zusätzlich löst.
Trockene Körperhaut zeigt sich als Spannen nach dem Duschen, als matte, raue Stellen an Schienbeinen und Unterarmen und manchmal als Juckreiz. Alle drei lassen sich mit wenigen Gewohnheiten spürbar verbessern.

Beim Duschen anfangen
Heißes Wasser fühlt sich gut an, löst aber den natürlichen Fettfilm der Haut. Lauwarm statt heiß und kürzer statt länger sind die zwei wirksamsten Stellschrauben. Verwende milde Waschsubstanzen und wasche vor allem die Stellen, die es wirklich brauchen; Arme und Beine kommen meist mit klarem Wasser aus. Beim Abtrocknen tupfen statt reiben.
Auf feuchte Haut eincremen
Das ist der entscheidende Punkt. Trage Lotion oder Öl innerhalb weniger Minuten nach dem Duschen auf, solange die Haut noch leicht feucht ist. Die Pflege schließt die vorhandene Feuchtigkeit dann ein, statt sie später mühsam ersetzen zu müssen. Auf komplett trockene Haut aufgetragen wirkt dasselbe Produkt deutlich weniger.
Lotion, Creme oder Öl
- Lotion ist leicht, zieht schnell ein und eignet sich für den Sommer und für leicht trockene Haut.
- Körpercreme ist reichhaltiger und bleibt länger auf der Haut. Gute Wahl für den Winter.
- Körperöl schließt am stärksten ab. Es lässt sich auch auf die feuchte Haut direkt nach dem Duschen geben oder über einer Lotion einsetzen, wenn diese allein nicht reicht.
Bei sehr trockener Haut funktioniert die Kombination am besten: erst eine feuchtigkeitsspendende Lotion, dann ein dünner Ölfilm darüber.
Was die Haut zusätzlich beansprucht
Nicht alles, was der Körperhaut zusetzt, passiert im Bad. Trockene Heizungsluft entzieht ihr über den ganzen Tag Feuchtigkeit; ein Gefäß Wasser auf der Heizung oder ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer hilft spürbar. Auch Kleidung spielt eine Rolle: Wolle direkt auf der Haut kratzt mechanisch, Baumwolle und weiche Fasern sind bei trockener, empfindlicher Haut angenehmer.
Waschmittelreste im Stoff können ebenfalls reizen. Wer empfindlich reagiert, dosiert sparsamer, verzichtet auf Weichspüler und wählt einen zusätzlichen Spülgang. Das klingt nach Kleinigkeiten, summiert sich aber über den Tag.
Besonders beanspruchte Stellen
Ellenbogen, Knie, Fersen und Hände brauchen meist mehr. Hier lohnt sich eine reichhaltigere Körperpflege oder ein Öl, gerne abends, wenn die Haut Ruhe hat. Hände vertragen nach jedem Waschen einen Hauch Creme.
Wenn die Haut stark juckt, nässt, sich entzündet oder sich trotz konsequenter Pflege nicht bessert, gehört das ärztlich abgeklärt. Dahinter können Hauterkrankungen stehen, die Kosmetik nicht löst.
Häufige Fragen
Lotion oder Öl bei trockener Haut?
Lotion zieht schneller ein, Öl schließt stärker ab. Bei sehr trockener Haut lassen sich beide kombinieren: erst Lotion, dann ein dünner Ölfilm.
Warum juckt trockene Haut?
Die geschwächte Hautbarriere reagiert empfindlicher auf Reize. Regelmäßige Pflege und mildere Waschgewohnheiten beruhigen sie meist.
Wie warm darf ich duschen?
Lauwarm statt heiß und lieber kürzer. Heißes Wasser löst den natürlichen Fettfilm der Haut.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Eincremen?
Innerhalb weniger Minuten nach dem Duschen, solange die Haut noch leicht feucht ist.
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Von Matthias Schramm · Persönliche Pflegeberatung aus Dessau-Roßlau · Zuletzt aktualisiert im Juli 2026