Ratgeber
Sonnenschutz von Kopf bis Fuß: LSF, Menge, Nachcremen
Sonnenschutz ist der wirksamste Anti-Age-Schritt, den es gibt, und gleichzeitig der am schlechtesten ausgeführte. Nicht weil die Produkte schlecht wären, sondern weil fast alle zu wenig nehmen.

Was UV-A und UV-B unterscheidet
UV-B ist der kurzwellige Anteil. Er verursacht Sonnenbrand, wirkt hauptsächlich in der Oberhaut und schwankt stark mit Jahreszeit und Tageszeit. Der Lichtschutzfaktor auf der Packung bezieht sich auf ihn.
UV-A ist langwellig, dringt tiefer in die Lederhaut, verursacht keinen Sonnenbrand und ist ganzjährig etwa gleich stark. Er ist verantwortlich für den größten Teil der lichtbedingten Hautalterung und dringt durch Fensterglas. Erkennbar am UVA-Symbol im Kreis auf der Verpackung.
Genau deshalb reicht es nicht, im Sommer am Strand einzucremen: Der Anteil, der Falten und Pigmentflecken macht, ist im Januar am Schreibtisch am Fenster fast genauso präsent.

Welcher Lichtschutzfaktor
| LSF | Blockiert UV-B | Sinnvoll für |
|---|---|---|
| 15 | etwa 93 Prozent | Minimum, kurze Wege |
| 30 | etwa 97 Prozent | Alltag, Büro, bewölkte Tage |
| 50 | etwa 98 Prozent | Sommer, heller Hauttyp, Berge, Wasser |
Der Sprung von 30 auf 50 klingt nach wenig, halbiert aber die durchgelassene Strahlung. Wichtiger als die letzten Prozentpunkte ist allerdings die Menge: Ein LSF 50, von dem nur die Hälfte aufgetragen wird, wirkt eher wie LSF 15.
Die Menge, die kaum jemand nimmt
- Gesicht und Hals: etwa ein gestrichener Teelöffel, oder die Länge von zwei Fingern aus der Tube.
- Ganzer Körper: etwa sechs bis sieben Teelöffel, also gut 30 Milliliter. Eine 200-ml-Flasche reicht damit für sechs bis sieben Anwendungen.
- Nachcremen: alle zwei Stunden, nach dem Schwimmen und nach starkem Schwitzen sofort.
Diese Mengen wirken beim ersten Mal absurd hoch. Sie sind aber genau die, mit denen der angegebene Schutzfaktor im Labor gemessen wird.
Drücke zwei Streifen Sonnencreme über Zeige- und Mittelfinger aus, vom Ansatz bis zur Spitze. Das ist die Menge für Gesicht und Hals. Wer das einmal ausprobiert, merkt, wie wenig er bisher genommen hat.
Mineralisch oder chemisch
Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid legen sich auf die Haut und reflektieren die Strahlung. Sie wirken sofort, sind sehr gut verträglich und eignen sich für empfindliche Haut und Kinder. Nachteil: Sie können einen weißlichen Schimmer hinterlassen.
Chemische Filter wandeln die Strahlung in Wärme um. Sie ziehen ein, sind unsichtbar und angenehmer zu tragen, brauchen aber etwa zwanzig Minuten Vorlauf und reizen empfindliche Haut häufiger.
Beide schützen bei richtiger Anwendung gleich gut. Die beste Sonnencreme ist die, die du gern und regelmäßig aufträgst.
Die vergessenen Stellen
Ohren, Nacken, Handrücken, Fußrücken, Lippen und der Scheitel. An genau diesen Stellen entstehen später überproportional viele Lichtschäden, weil sie fast nie eingecremt werden. Für die Lippen gibt es Stifte mit Lichtschutz, für den Scheitel hilft ein Hut zuverlässiger als jedes Produkt.
Sonnenschutz und Make-up
Sonnenschutz gehört als letzte Pflegeschicht auf, vor dem Make-up. Der LSF in Foundations reicht für sich genommen nicht, weil man Make-up nie in der nötigen Menge aufträgt. Fürs Nachcremen über dem Make-up eignen sich Sprays oder Puder mit Lichtschutz.
Babys unter einem Jahr gehören grundsätzlich in den Schatten, nicht in Sonnencreme. Bei Kleinkindern sind mineralische Filter die erste Wahl. Und manche Medikamente, darunter bestimmte Antibiotika, Entwässerungsmittel und Johanniskraut, machen lichtempfindlich; dann ist konsequenter Schutz besonders wichtig.
Was Sonnenschutz nicht ersetzt
Er verlängert die Zeit, die du in der Sonne verbringen kannst, hebt sie aber nicht auf. Zwischen elf und fünfzehn Uhr bleibt Schatten die wirksamste Maßnahme, dazu Kleidung und Hut. Sonnencreme ist die dritte Verteidigungslinie, nicht die erste.
Warum das im Gesicht täglich gilt, steht in Sonnenschutz im Gesicht. Was nach zu viel Sonne hilft, in After Sun: Haut nach der Sonne beruhigen. Produkte findest du unter Sonnenpflege.
Häufige Fragen
Reicht die Sonnencreme vom letzten Jahr?
Angebrochene Flaschen sind meist zwölf Monate haltbar, das Symbol auf der Rückseite sagt es genau. Wenn sie sich entmischt hat, anders riecht oder krisselt, gehört sie weg.
Brauche ich im Winter Sonnenschutz?
UV-A ist ganzjährig da. Im Alltag genügt oft LSF 30, im Schnee und in den Bergen ist mehr sinnvoll, weil Schnee bis zu 80 Prozent der Strahlung reflektiert.
Schützt Kleidung zuverlässig?
Dichte, dunkle und trockene Stoffe schützen gut. Ein nasses weißes T-Shirt dagegen lässt deutlich mehr durch, als die meisten denken.
Verhindert Sonnenschutz die Vitamin-D-Bildung?
In der Praxis kaum, weil kaum jemand lückenlos aufträgt. Wer Sorge hat, klärt den Vitamin-D-Spiegel im Blut und ergänzt gezielt, statt auf Schutz zu verzichten.
Passende Produkte dazu
Diese drei passen zum Thema dieses Beitrags. Wenn du unsicher bist, ob eines davon zu dir passt, frag mich vorher.
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Beratung per WhatsAppVon Matthias Schramm · Persönliche Pflegeberatung aus Dessau-Roßlau · Zuletzt aktualisiert im August 2026