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Ratgeber

Pflanzenöle in der Hautpflege: welches Öl für welche Haut

Öl ist nicht gleich Öl. Zwischen einem leichten Traubenkernöl und einer schweren Kokosbutter liegen Welten, und genau diese Unterschiede entscheiden darüber, ob deine Haut es liebt oder mit Unreinheiten reagiert.

Fünf Glasfläschchen mit Pflanzenölen leuchten von Gold bis Grün im Gegenlicht auf dunklem Holz
Zwischen leichtem und schwerem Öl liegen Welten.

Was Öle können und was nicht

Pflanzenöle bestehen aus Fettsäuren, die den hauteigenen ähneln. Sie legen sich als Film auf die Oberfläche, bremsen den Wasserverlust und machen die Haut geschmeidig. Manche liefern zusätzlich Vitamine und entzündungshemmende Bestandteile.

Was sie nicht können: Feuchtigkeit spenden. Öl enthält kein Wasser. Wer eine trockene Haut nur mit Öl behandelt, versiegelt den Trockenzustand. Deshalb gehört Öl immer auf feuchte Haut oder über eine Feuchtigkeitspflege, nie darunter und nie allein.

Makroaufnahme eines goldenen Öltropfens am Rand eines Glasfläschchens im Gegenlicht
Die Fettsäuren entscheiden, für welche Haut ein Öl passt.

Die Fettsäuren machen den Unterschied

Zwei Fettsäuren entscheiden über den Charakter eines Öls. Linolsäure ist leicht, zieht schnell ein und wirkt entzündungshemmend. Menschen mit unreiner Haut haben nachweislich weniger Linolsäure im Talg, weshalb linolsäurereiche Öle dort gut funktionieren. Ölsäure ist schwerer, wirkt reichhaltiger und kann bei empfindlicher Haut die Barriere durchlässiger machen.

Die gängigen Öle im Vergleich
ÖlCharakterPasst zuPorenverstopfend
Jojobaleicht, dem Hauttalg sehr ähnlichallen Hauttypen, auch fettigersehr gering
Traubenkernsehr leicht, viel Linolsäureunreiner und fettiger Hautgering
Hagebuttenkernleicht, viel Vitamin Areifer Haut, Narben, Pigmentfleckengering
Mandelmittelschwer, mildtrockener und empfindlicher Hautgering bis mittel
Arganmittelschwer, viel Vitamin Etrockener Haut, Haaren, Nägelngering
Oliveschwer, viel Ölsäuresehr trockener Körperhautmittel
Kokosfest, stark abdeckendHaarlängen, Körperhoch

Wie du Öl richtig anwendest

  • Auf feuchte Haut. Direkt nach der Reinigung oder über einem Serum, solange die Oberfläche noch leicht feucht ist.
  • Als letzter Schritt. Öl schließt ab, danach kommt nichts mehr, was einziehen soll.
  • Wenige Tropfen. Zwei bis drei fürs ganze Gesicht. Zwischen den Handflächen anwärmen und aufdrücken, nicht einmassieren.
  • Abends. Unter Sonnenschutz und Make-up wirkt Öl morgens oft störend.
Der Kälteschrank-Test

Ein einfacher Hinweis auf die Schwere eines Öls: Stell es kalt. Öle mit hohem Ölsäureanteil werden trüb oder fest, leichte linolsäurereiche Öle bleiben flüssig. Kokosöl wird schon bei Zimmertemperatur fest, was seine stark abdeckende Wirkung erklärt.

Kaltgepresst und Haltbarkeit

Kaltgepresste Öle enthalten mehr Begleitstoffe, sind aber empfindlicher. Sie gehören dunkel und kühl gelagert und sollten innerhalb weniger Monate aufgebraucht werden. Ein ranziges Öl riecht kratzig und säuerlich und gehört nicht mehr auf die Haut, weil die oxidierten Fettsäuren die Haut belasten.

Kleine Flaschen sind deshalb bei Ölen die bessere Wahl als Vorratsgrößen.

Wann Öl nicht die richtige Antwort ist

Bei akut entzündeter Haut, bei nässenden Stellen und bei ausgeprägter Akne. Und bei allen, die auf komedogene Öle mit Unreinheiten reagieren, siehe Komedogene Öle: welche Poren verstopfen.

Wie Öl im Gesicht praktisch angewendet wird, steht in Gesichtsöl richtig anwenden. Was Arganöl im Besonderen kann, in Arganöl für Haut und Haare. Die Ölmischungen der Marke findest du auf Lolüm und unter Pflanzenöle.

Häufige Fragen

Ersetzt Öl meine Creme?

Nur bei sehr fettarmer, aber gut befeuchteter Haut. In der Regel ergänzt Öl die Creme, weil es kein Wasser mitbringt.

Kann Öl die Haut fettig machen?

Ein passendes leichtes Öl in kleiner Menge nicht. Zu viel oder ein zu schweres Öl schon.

Welches Öl passt bei unreiner Haut?

Traubenkern und Jojoba, beide linolsäurereich und wenig komedogen. Kokosöl gehört bei unreiner Haut nicht ins Gesicht.

Sind teure Öle besser?

Entscheidend sind Frische, Pressung und Lagerung, nicht der Preis. Ein frisches günstiges Öl schlägt ein altes teures.

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Von Matthias Schramm · Persönliche Pflegeberatung aus Dessau-Roßlau · Zuletzt aktualisiert im August 2026

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